vornehmen

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vor|neh|men ['fo:ɐ̯ne:mən], nimmt vor, nahm vor, vorgenommen:
1. <+ sich> den Entschluss zu etwas fassen; beabsichtigen, etwas Bestimmtes zu tun:
er hat sich vorgenommen, in Zukunft darauf zu verzichten; du musst es dir fest vornehmen; ich habe mir einiges vorgenommen für heute.
Syn.: beabsichtigen, beschließen, planen, sich entschließen zu, vorhaben.
2. als Funktionsverb: [an etwas] eine Änderung vornehmen ([an etwas] etwas ändern); eine Prüfung des Textes vornehmen (den Text prüfen); eine Untersuchung des Falles vornehmen (den Fall untersuchen).

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vor||neh|men 〈V. tr. 187; hat
1. (sich) etwas \vornehmen vorbinden, umbinden (Schürze, Serviette)
2. etwas \vornehmen etwas ausführen, tun
3. sich etwas \vornehmen den Entschluss zu etwas fassen, etwas tun wollen, die Absicht haben, etwas zu tun
4. jmdn. \vornehmen 〈umg.〉 bevorzugt abfertigen (Kunden im Laden, Patienten beim Arzt)
5. sich jmdn. \vornehmen 〈fig.; umg.〉 jmdn. zu sich rufen u. ihn ermahnen
● ich habe mir vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören ● an etwas eine Änderung \vornehmen etwas ändern; (sich) eine Arbeit \vornehmen eine A. beginnen; (sich) ein Buch \vornehmen ein B. zu lesen beginnen ● hast du dir für morgen schon etwas vorgenommen? hast du morgen etwas vor, hast du schon einen Plan, was du morgen tun willst?; ich möchte mir für heute Abend nichts \vornehmen ich möchte heute Abend nicht ausgehen u. keinen Besuch haben; ich habe mir zu viel vorgenommen (und kann nicht alles erledigen)

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vor|neh|men <st. V.; hat:
1. (ugs.)
a) nach vorn nehmen, bewegen:
das linke Bein v.;
nehmt eure Stühle bitte mit vor;
b) vor eine bestimmte Stelle des Körpers [zum Schutz] bringen, halten:
die Hand, ein Taschentuch v. (vor den Mund halten).
2. <v. + sich>
a) den Entschluss fassen, etw. Bestimmtes zu tun:
sie hatte sich [für diesen Tag] einiges, allerhand vorgenommen;
ich habe mir [fest] vorgenommen, in Zukunft darauf zu verzichten;
b) (ugs.) im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit od. um seine Zeit sinnvoll auszufüllen, sich mit etw., jmdm. zu beschäftigen beginnen:
nimm dir doch ein Buch, eine Handarbeit vor;
c) (ugs.) vorknöpfen:
den Bengel werde ich mir mal [gehörig] v.!
3. (ugs.) jmdn. bevorzugt an die Reihe kommen lassen:
Privatpatienten werden nicht vorgenommen.
4. (meist verblasst) durchführen:
eine Änderung, Untersuchung v. (etw. ändern, untersuchen);
an/bei jmdm. eine Operation, einen Eingriff v. (jmdn. operieren).

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vor|neh|men <st. V.; hat: 1. (ugs.) a) nach vorn nehmen, bewegen: das linke Bein v.; nehmt eure Stühle bitte mit vor; b) vor eine bestimmte Stelle des Körpers [zum Schutz] bringen, halten: die Hand, ein Taschentuch v. (vor den Mund halten); du solltest dir eine Schürze v. (vorbinden). 2. <v. + sich> a) den Entschluss fassen, etw. Bestimmtes zu tun: sie hatte sich [für diesen Tag] einiges, allerhand vorgenommen; ich habe mir [fest] vorgenommen, in Zukunft darauf zu verzichten; so fing einer immer an, wenn er zu arbeiten sich vornahm (R. Walser, Gehülfe 90); b) (ugs.) im Rahmen einer beruflichen Tätigkeit od. um seine Zeit sinnvoll auszufüllen, sich mit etw., jmdm. zu beschäftigen beginnen: nimm dir doch ein Buch, eine Handarbeit vor; Zuerst nahm er sich das Esszimmer vor ... In Vasen und Meißner Kuchenschalen kuckte er hinein (Kempowski, Uns 67); im Laufe der nächsten Woche will ich mir dann mal den Lungentumor von Station III v. (Sebastian, Krankenhaus 116); c) (ugs.) vorknöpfen (1): den Bengel werde ich mir mal [gehörig] v.!; „Hast wohl Maria ganz schön vorgenommen?“, fragte sie lauernd. „Sie sagt ja heute kein Wort.“ (Bastian, Brut 151). 3. (ugs.) jmdn. bevorzugt an die Reihe kommen lassen: Privatpatienten werden nicht vorgenommen. 4. (meist verblasst) durchführen: eine Änderung, Untersuchung v. (etw. ändern, untersuchen); an/bei jmdm. eine Operation, einen Eingriff v. (jmdn. operieren); Und was wir jetzt vornehmen, wird sein eine Taufe (Lenz, Suleyken 89); Wie oft haben Sie mit Ihrem Freund unzüchtige Handlungen vorgenommen? (Ziegler, Labyrinth 308).

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Vornehmen — Vornêhmen, verb. irregul. act. S. Nehmen, vor sich nehmen, so daß vor die Bedeutung des Ortes hat, daher es von einigen sehr irrig fürnehmen geschrieben und gesprochen wird. 1. In mehr eigentlichem Verstande, eine Schürze, eine Serviette… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • vornehmen — V. (Aufbaustufe) etw. verwirklichen, etw. bis zu Ende durchführen Beispiele: Bei dem verletzten Autofahrer wurde eine Bluttransfusion vorgenommen. Ich muss noch kleine Korrekturen im Text vornehmen. Kollokation: einen Austausch vornehmen… …   Extremes Deutsch

  • vornehmen — vo̲r·neh·men (hat) [Vt] 1 etwas vornehmen geschr; (als Beamter o.Ä.) etwas Wichtiges oder Offizielles tun <eine Amtshandlung, Kontrollen, eine Untersuchung, die Trauung vornehmen> 2 sich (Dat) jemanden vornehmen gespr; jemanden streng… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • vornehmen — sich vornehmen a) beabsichtigen, den Entschluss fassen, die Absicht haben/hegen, entschlossen sein, gedenken, gewillt sein, im Auge haben, im Sinn haben, sich in den Kopf setzen, ins Auge fassen, intendieren, sich mit dem Gedanken tragen, planen …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Vornehmen — 1. Die sich zu viel vornehmen, führen wenig aus. 2. Nimm di nicks vör, denn sleit di nicks fehl. – Fr. Reuter, Dorchleuchting, 84. 3. Vîrgenim – un Uorsch gegräfen. (Siebenbürg. sächs.) – Schuster, 430. Mit Bezug auf das Mislingen vorzeitiger,… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

  • vornehmen — vornehmenv 1.sichjnvornehmen=jnzurRedestellen.Manergreiftihnundhältihnfest,währendmanihmVorhaltungenmacht.1600ff. 2.einevornehmen=koitieren(vomManngesagt).1900ff …   Wörterbuch der deutschen Umgangssprache

  • vornehmen — vürnemme …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • vornehmen — vor|neh|men …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Vornehmen, das — Das Vornêhmen, des s, plur. ut nom. sing. der Infinitiv des vorigen Zeitwortes als ein Hauptwort gebraucht. 1. Die Handlung des Vornehmens, in allen Bedeutungen und ohne Plural. 2. In der dritten Bedeutung, die vorgenommene Sache, d.i. diejenige… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • vornehmen, sich — sich vornehmen V. (Aufbaustufe) sich entschließen, etw. zu tun, etw. planen Synonyme: beabsichtigen, entschlossen sein, intendieren, vorhaben Beispiele: Sie haben sich für diesen Abend noch nichts vorgenommen. Er hat sich vorgenommen, seine… …   Extremes Deutsch


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